Warum studieren Kinder aus Arbeiter Familien seltener?

Dieser Text befasst sich mit der Frage, warum es an den Universitäten und Fachhochschulen des Landes vor allem Menschen gibt, deren Eltern ebenfalls ein Studium aufgenommen haben und erfolgreich beenden konnten. Zugrunde liegen die persönlichen Erfahrungen des Autors, der ebenfalls aus einer Arbeiter Familie kommt aber ein Studium erfolgreich abgeschlossen hat.

Gleich und gleich gesellt sich gern, gilt auch in der Uni

Der Umgang eines Menschen mit einer anderen Person sagt sehr viel darüber aus, woher eine Person kommt. Dabei geht es nicht um die Stadt oder das Land, sondern eher aus welcher gesellschaftlichen Schicht eine Person kommt. Das zeigt sich in banalen Verhaltensweisen wie einer Begrüßung oder aber dem Wortschatz, den eine Person immer wieder nutzt. Wenn man sich das vor Augen führt, kann man erahnen, wie schwer es ein „Outsider“ haben wird, wenn er versucht sich in einem sozialen Gefüge zu integrieren, das ganz andere Werte und Normen hat als andere Gruppen.

Die Kosten für ein Studium sind leider sehr hoch

Ein sehr wichtiges Argument, vor allem für Eltern der Kinder, die studieren möchten lautet, das ein Studium sehr viel Geld kostet wird sehr viele Menschen davon abhalten ein Studium aufzunehmen. Denn woher soll das Geld denn kommen? Das ein großzügiger Onkel auf den Plan tritt und seinem Enkel das Studium bezahlt kann wohl in den meisten Fällen ausgeschlossen werden.

Darüber hinaus gibt es oft nur die Möglichkeit, um sich Geld bei einer Bank zu leihen. Etwa in Form eines Studienkredites. Das kann ganz praktisch sein. Aber auch mit einem akademischen Abschluss ist es nicht gesagt, dass der Student am Ende auch tatsächlich eine Arbeit findet. Man muss hier also auch ein bisschen Glück haben und Glück im Zusammenhang mit einer Kredittilgung zu nennen ist sicherlich nicht die beste Idee.

Die Angst vor dem Scheitern

Der Mensch ist so gestrickt, dass er den einfachsten Weg nimmt, also der Weg, der im Volksmund auch gerne der Weg des geringsten Widerstandes genannt wird. Eine Hürde wird also locker umschifft und auch im beruflichen Werdegang entscheiden sich viele Personen gegen einen Hindernislauf, bei dem sie nicht wissen, ob sie am Ende auch ankommen oder nicht.

Denn die Angst zu versagen ist sehr groß. Wer versagt, der muss sich wohl  oder übel eingestehen, dass es nicht gereicht hat. Aber nicht nur das. Im Kontext einer Ausbildung, ganz gleich ob sie schulisch oder beruflich ist, kommt es auch immer wieder dazu, dass man andere Menschen von seinem scheitern unterrichten muss. Dabei spielt die Scham eine große Rolle, denn man möchte die Menschen natürlich nicht enttäuschen.